Tagebuch
Di 27.09.2016
Nach dem Frühstück packe ich zum letzten Mal in Kanada. Paul verabschiedet
sich verschlafen. Um 11h fährt mein Bus. Ich muss einmal umsteigen, dann bin
ich nach 12h am Flughafen. Da muss ich feststellen, dass mein Flug
Verspätung hat. Ich gehe trotzdem zum Check In, da es ein kleiner Flughafen
ist und sowieso nichts zu tun ist. Da gibt es nun natürlich Probleme mit
Leuten mit Anschlussflügen, zumal der Flug nochmals später angekündigt wird.
Zu meinem Erstaunen muss ich bereit hier in Halifax durch den amerikanischen
Zoll. Dafür ist das dann auch schon erledigt. Wie angekündigt fliegen wir um
15.11h anstatt um 13.55h los. Es regnet inzwischen in Strömen. Weil es ein
Internationaler Flug ist, gibt es sogar gratis ein Glas Wein. Auf halben Weg
wird dann auch das Wetter besser. Beim Anflug auf Newark scheint die Sonne
und man hat eine gute Sicht auf die Skyline von New York. Wir können aus dem
Flugzeug direkt zum Gepäck-Band. Da geht es aber eine Weile, darum gehe ich
mir ein Zugsbillet für 13 USD kaufen und hole nachher mein Gepäck. Um 17h
bin ich auf dem Zug ins Zentrum. Bei der Penn Station muss ich auf die
U-Bahn umsteigen. Das ist ziemlich mühsam zuerst weil Feierabend ist und
dann weil die Stationen hier überhaupt nicht für Leute mit Behinderungen
oder Gepäck ausgelegt sind. Es geht unzählige Male treppauf und treppab. Ich
kann an einem Automaten eine Metro Card für 7 Tage für 32 USD kaufen. Ich
muss einmal Umsteigen, aber nur auf demselben Perron. Mühsam ist es, weil es
im Zug keine Anzeige hat und die Ansagen schlecht verständlich sind. Um
18.30h bin ich da. Julie will gerade weggehen. Sie zeigt mir schnell die
Wohnung, dann verschwindet sie. Ich richte mich ein. Zum Nachtessen gehe ich
ins nahe Brooklyn Stoops. Diese Bar hat mir Julie empfohlen. Vor dem Haus
treffe ich Julie und ihre Partnerin Sarah die auch bei ihr wohnt. Der Burger
ist gut und das Bier auch. Man kann im Hinterhof im Freien sitzen. Es ist
hier 10C° wärmer als in Halifax. Auf dem Heimweg kaufe ich noch Milch und
Kaffee ein. Dann gehe ich bald ins Bett. Ich habe heute die Uhr wieder eine
Stunde zurück stellen müssen.
Mi 28.09.2016
Erst jetzt merke ich, dass wir ziemlich direkt in der Anflugschneise zum
Laguardia Airport wohnen. Ein Flugzeug nach dem andern fliegt über uns
hinweg. Zum Glück sind sie nicht allzu laut. Vor dem Frühstück lese ich die
Email von der Schweizer-Botschaft in Jakarta. Sie wollen eine
Verpflichtungserklärung. Dafür muss ich mich mit dem Personenmeldeamt der
Stadt Zürich in Verbindung setzen. Ich schreibe eine Email um
herauszufinden, ob ich das auf elektronischem Weg machen kann. Denn sonst
muss ich persönlich im Stadthaus vorbei gehen und das zieht alles noch
weiter in die Länge. Letztes Mal hat das funktioniert. Ich bestelle auch
gleich den Auszug aus dem Betreibungsregister. Nach dem Frühstück buche ich
den Flug für Maria & Efraim. Ich nehme an, dass wenn sie diese Erklärung
wollen, sie auch das Visum erteilen werden wenn sie sie bekommen. Es ist ein
kritisches Spiel, denn den Flug den ich buche kann ich vermutlich höchstens
teilweise umbuchen resp. stornieren. Aber schon jetzt ist der Flug teurer
als vor einer Woche. Bis das alles erledigt ist, ist es bereits Nachmittag.
Ich fahre mit der U-Bahn zum Einkaufen zum "Trader Joe's", dann mit der
U-Bahn wieder zurück. Der Wetterbericht sagt Regen voraus, darum fahre ich
gleich los mit der U-Bahn nach Long Island bis zur 21st Street Station. Von
da gehe ich zu Fuss zum East River. Da gibt es viele neue Wohnblöcke der
gehobenen Klasse und eine schöne neue Ufer-Promenade. Man hat eine gute
Aussicht auf die Skyline von Manhattan. Nur schade dass trübes Wetter
herrscht. Dann zurück zur Court Square Station, dann zurück mit der U-Bahn.
Es windet ziemlich heftig und ist kühl, aber der Regen bleibt vorerst aus.
Apero im Wohnzimmer mit Aussicht auf unsere Strasse. Nachher gehe ich zu
Fuss ins Restaurant "Marietta Brooklyn". Nun nieselt es leicht. Es sind
knapp 2km dorthin. Unterwegs drehen sie einen Film mit riesigem Aufwand an
Fahrzeugen und Material. Das Restaurant ist sehr schön, aber nicht billig.
Mein sehr gutes Ribeye Steak bedeckt mit einer Mischung aus frischen
Kräutern und Chili und ein Bier kostet 44 USD. Zurück bei Wind und
Nieselregen. Um 21.30h bin ich zu Hause und telefoniere noch mit Maria. Um
Mitternacht bin ich im Bett.
(7km zu Fuss)
Do 29.09.2016
Es ist kühl und windig. Das erste richtige Frühstück mit allem. Die beiden
Damen sind irgendwie nicht bei guter Laune. Sarah soll krank sein. Aber auch
sonst fühle ich mich hier nicht richtig willkommen. Ich räume die Küche
richtig auf und wasche alles Geschirr, das herumsteht. Kein Danke dafür.
Später meint Julie, dass sie in den nächsten Tagen nicht hier sein werden,
aber in der Nähe??? Irène schickt einige Vorschläge für Hotels in Hamburg.
So richtig begeistert keiner, vor allem muss ich mein Auto parkieren können.
Ich frage einige Airbnb an und telefoniere dann mit Irène. Sie wäre damit
einverstanden. Kaum aufgelegt, meldet sich Peter mein Favorit. Es sieht gut
aus, so buche ich nach Rücksprache mit Irène für 2 Nächte. Efraim hat hohes
Fieber. Der Lehrer hat ihn am Morgen nach Hause geschickt. In der Nacht
bringt ihn Maria ins Spital weil das Fieber immer noch bei 40C° liegt. Sie
bleiben zusammen dort. Ich plane ein wenig meine Heimreise durch
Deutschland. Es gibt viele Routenvorschläge, aber kaum einen mit den Daten
für das Navi. So vergeht der Tag im Nu. Apero im Wohnzimmer. Die beiden
Damen sind abwesend, nur die zwei Katzen sind da. Zum Nachtessen gehe ich
ins "Beast of Bourbon", eine Bar mit BBQ. Pulled Pork mit Kartoffelsalat und
Pommes schmeckt sehr gut. Komme mit einem Nachbarn ins Gespräch. Ein junger
Mann aus Texas der alles weiss! Um 21.30h bin ich zurück, es regnet leicht.
Telefoniere mit Maria, Efraim hat nun weniger Fieber, hustet aber immer
noch.
Fr 30.09.2016
Seabridge, die Firma die mein Auto verschifft, teilt mir mit, dass mein Auto
evtl. in Antwerpen ausgeladen wird, weil das Schiff vielleicht nicht bis
Hamburg fährt. Jetzt wo alles gebucht ist! Efraim muss nochmals eine Nacht
im Spital bleiben. Nach dem Frühstück kommt Julie schnell vorbei und füttert
die Katzen. Sie sind am Baby Sitten in Brooklyn. Ich habe die Wohnung für
mich. Das nütze ich gleich aus und nehme ein Vollbad. Die Badewanne verdient
zwar den Namen nicht, aber ich schätze es trotzdem. Es regnet wieder, ich
habe nicht wirklich Lust aus dem Haus zu gehen. Ich telefoniere mit Irène
und teile ihr die Planänderung mit. Sie hat für mich für meine BackHomeParty
ein Lokal in Basel gefunden. Ich verschicke gleich die Einladungen. Die
ersten die sich melden sind Sandra & Jorge. Apero im Wohnzimmer. Julie
kommt kurz vorbei um die Katzen zu füttern. Es regnet. Zum Nachtessen gehe
ich ins "Brooklyn Tap House". Da geht es hoch zu und her. Es ist ziemlich
voll und laut. Mein Burger schmeckt gut. Um 21h bin ich zurück. Ich
telefoniere noch mit Maria, dann gehe ich bald schlafen.
(2km zu Fuss)
Sa 01.10.2016
Nach dem Frühstück erkundige ich mich bei Julie ob jemand die Katzen füttern
kommt. Es heisst bald, es vergeht aber mehr als eine Stunde bis jemand
grusslos vorbei kommt. Irgendwie ist die Stimmung in diesem Haushalt nicht
gut gegenüber mir, keine Ahnung wieso. Ich könnte die Katzen auch selber
füttern, aber dann müsste man mich wenigstens fragen und instruieren. Trotz
schlechter Wetterprognose will ich Manhattan besichtigen. Ich fahre mit der
U-Bahn bis zur York Street. Ein kleiner Anschlag beim Umsteigen kündigt die
Umleitung der Linien A und C an. Keine Durchsage, keine Anzeige. Das ist
hier in der U-Bahn wie bei uns vor 20 oder mehr Jahren. Keine Anzeigen auf
den Stationen und in den Fahrzeugen. Meist nicht einmal einen
allgemeinen Streckenplan. Zum Glück habe ich eine App heruntergeladen. Die
Durchsagen des Fahrers sind meist unverständliches Gemurmel. Es ist nur
15C°, aber wenigstens regnet es nicht. Auf der Brooklyn Bridge hat es viele
Touristen. Ich überquere den East River und erreiche Manhattan. Die Spitze
des One World Trade Center steckt in den Wolken. Darum heissen die ja
Wolkenkratzer! Mit 541m ist es das 4.höchste Gebäude der Welt. Calatrava hat
sich beim Ground Zero ein weiteres Denkmal gesetzt. Es sieht wie bei ihm
üblich sehr elegant aus und ist riesig. Ich durchquere den Bau und gehe
alles unterirdisch bis zum Hudson River. Dadurch "verpasse" ich die
eigentlichen Gedenkstätten. Ich gehe dem Fluss entlang bis zum Pier A. Die
läuft heute das Oktoberfest der Brooklyn Brewery. Zuerst erkundige ich mich
noch über die Möglichkeit die Freiheits-Statue zu besuchen. Keine Chance.
Gerade jetzt um 16h fährt die letzte Fähre. Man muss Stunden im Voraus
buchen und es kostet 18 USD ohne den Aufstieg. Sicherheits-Check wie im
Flugzeug. Ich gehe zurück zum Oktoberfest und esse da eine Bratwurst und
trinke ein Bier für 20 USD! Dann weiter den Broadway entlang bis zur
Wallstreet. Viele Touristen, sonst nichts Besonderes. Den Rest des Weges zur
China Town gehe ich auf der Nassau Street, da hat es keine Touristen. Die
China Town ist ziemlich klein und von Touristen überlaufen. Ich kaufe 4
T-Shirts für Maria und Co. Zum Nachtessen gehe ich in eine Nebenstrasse ins
Restaurant "Wonton Garden". Da ist klein und authentisch. Meine Nudelsuppe
mit Wonton schmeckt sehr gut und ist eine grosse Portion für 20 USD inkl.
Bier. Um 19h mache ich mich auf den Heimweg. Die U-Bahn Station East
Broadway zu finden ist gar nicht so einfach. Generell sind die Stationen
nicht gut signalisiert. Eine dunkelgraue Treppe mit einem ebenfalls
dunkelgrauen Schild am Geländer muss genügen. Überhaupt nicht
touristenfreundlich. Ich habe Glück, der erste Zug ist ein umgeleiteter Zug
der Linie C, so muss ich nur einmal umsteigen. Um 20h bin ich zurück. Etwas
später kommen die beiden Damen zurück, wie üblich mehr oder weniger
grusslos. Sie starten ihre Wäscherei. Am ersten Abend habe sie reklamiert,
weil ich nach Mitternacht mit Maria telefoniert habe. Das hindert sie aber
nicht daran um Mitternacht den Tumbler nochmals zu starten, natürlich ohne
mich zu fragen ob es mich stört. Ich schlafe trotzdem gut nach meinem 10km
Marsch durch New York.
(10km zu Fuss)
So 02.10.2016
Telefoniere mit Stefan und Markus. Nach dem Frühstück ist der Central Park
mein Ziel. Auf einer Teilstrecke habe ich sogar einen Zug mit elektronischer
Anzeige und Stationsansage, wohl weil ich mich gestern darüber mokiert habe.
Auch die Durchsagen wegen der Umleitung gibt es heute. Nach 15h bin ich beim
nördlichen Teil des Central Parks. Es hat wie erhofft viele Einheimische
unterwegs, Sportler, ganze Familien usw. Es ist ein schöner grosser Park und
das Wetter ist kühl, aber trocken. Die Bauten im Park sind nicht das
sehenswerte, sondern die Natur. Nach etwa 1½h bin ich am Südende. Da kaufe
ich noch ein und fahre dann per U-Bahn zurück. Apero im Zimmer. Zum
Nachtessen gehe ich zu Fuss in die Antik Taverne. Es ist ein schönes Lokal
und das Essen ist gut. Schweins-Kotelett auf Grünkohl mit Apfelschnitzen. Um
22h bin ich zurück und gehe bald schlafen.
(6km und 2km zu Fuss)
Mo 03.10.2016
Nach dem Frühstück entschliesse ich mich Zentral Manhattan zu besuchen.
Heute ist es ziemlich schönes Wetter und etwa 23C° warm. Ich fahre mit der
U-Bahn zum Union Square. Um 13h bin ich da. Der "Green Market, Farmers
Market" haut mich nicht um. Da sind die Märkte in Zürich grösser und
vielfältiger. Von da gehe ich den Broadway entlang bis zur 5th Avenue. Der
folge ich dann vorbei am Madison Square Park, Church of the Transfiguration,
Empire State Building zur New York Public Library. Es hat überall viele
Touristen. Nach einem Abstecher mit Irrweg zum Grand Central Terminal komme
ich zurück zur 5th Avenue. Finde das St Patrick's Cathedral und verpasse
fast das Rockefeller Center. Das habe ich mir wesentlich grösser
vorgestellt. Das berühmte Eisfeld wird gerade aufgebaut. Es ist aber
enttäuschend klein. Nachher geht’s zum Time Square. Da gibt es viel Verkehr
und Touristen. Für die wurde extra eine Rampe mit Sitzplätzen gebaut, damit
sie das Geschehen in Ruhe sitzend anschauen können. Am meisten beeindrucken
die riesigen Werbe-Bildschirme. Von da suche ich die nächste U-Bahn Station
und ein Bier. Das Bier finde ich zuerst. Die Station ist gleich davor, aber
wie üblich nicht signalisiert. Dann mache ich mich auf den Heimweg. Gegen
16h mache ich mich per U-Bahn auf den Heimweg. Apero in meinem Zimmer weil
die beiden Damen zu Hause sind und wie üblich nicht einladend wirken. Zum
Nachtessen gehe ich nochmals ins Beast of Bourbon. Mein Brisket Power Trio
(Rindsbraten in dünnen Scheiben) schmeckt sehr gut und heute kostet jedes
Bier nur 3 USD. Zurück zu Hause frage ich wie lange ich bleiben kann und
bekomme die erwartete Antwort. 11h ist die offizielle Check Out Zeit und sie
wollen mir keine Verlängerung anbieten obwohl mein Flug erst um 18.10h geht.
Ich telefoniere noch wie üblich mit Maria, dann gehe ich schlafen.
(10km und 2km zu Fuss)
Di 04.10.2016
Wenn ich aufstehe, ist Sarah schon weg und Julie bleibt in ihrem Zimmer.
Nach dem Frühstück erledige ich noch diversen Bürokram und telefoniere mit
Maria. Um 11h kommt Julie aus ihrem Zimmer und verkündet, dass sie jetzt
duschen gehe und ich den Schlüssel einfach liegen lassen soll. Wenn sie
fertig ist, bin ich immer noch da. Um 11.20h wasche ich noch meine Brille
und gehe kurz auf die Toilette. Sie meint ich sei unfair so spät immer noch
da zu sein, denn Check Out sei um 11h. So etwas habe ich noch nie erlebt und
ich bin inzwischen in 78 verschiedenen Airbnb gewesen. So unfreundlich wie
die Beiden war noch nie jemand. Der Abschied fällt entsprechend kühl aus.
Ich gehe direkt zur nahen U-Bahn und fahre zum JFK-Airport. Bereits um 13h
bin ich da. Da kommt die nächste Enttäuschung. Dass der Check In erst um
14.30h öffnet ist noch knapp verständlich, aber dass es in der Abflughalle
keine einzige Sitzgelegenheit und kein Gratis-Internet hat ist absolut unter
jedem Hund! Im Ankunftsbereit hat es etwa 50 Sitzplätz, das ist alles. Ich
setze mich da hin und vertreibe mir die Zeit. Auch hier kein Internet. Das
gibt es in Asien auf jedem kleinsten Flughafen, aber nicht in den USA! Ich
habe noch einige GB Restguthaben, so kann ich mich einchecken, das habe ich
nämlich aus lauter Ärger über Julie vergessen. Das Einchecken geht dann
speditiv, die Sicherheitskontrolle dann eher nicht. Um 15h bin ich dann
endlich in der Swiss Lounge. Die ist sehr gut. Es gibt neue Zeitungen, zu
trinken und zu essen, natürlich alles gratis. Um 16h gibt es guten
Rindsbraten, dazu ein Glas Wein. Der Flug nach Zürich startet pünktlich. Es
gibt noch am Boden einen speziellen Sonnenuntergang. Der Flug verläuft
ruhig, ich habe eine 2-er Reihe für mich alleine.
Mi 05.10.2016
Um 6h wird das Frühstück serviert. Der Landanflug auf Zürich ist sehr schön,
Sonnenaufgang und die verschneiten Alpen. Wir landen pünktlich um 8h in
Kloten. Mit dem Zug fahre ich nach Oerlikon zu Stefan ins Geschäft. Er ist
noch nicht da. Ich warte in der Kantine auf ihn. Wir trinken zusammen noch
einen Kaffee, dann fahre ich mit Bus und Trolleybus nach Hause. Ein
komisches Gefühl wieder in meiner alten Wohnung zu sein. Ich richte mich
behelfsmässig ein. Ich muss zuerst meinen alten Drucker auf meinem neuen
Rechner installieren. Das hat vor 2½ Jahren schon nicht geklappt. Nach
einigem Suchen im Internet klappt es dann doch und ich kann die Dokumente
die ich für meinen Besuch im Stadthaus benötige ausdrucken. Mit Bus und Tram
fahre ich hin. Da geht es sehr schnell. Sie schaut alle meine Dokumente nur
schnell an und gibt sie mir zurück. Sie muss nur überprüfen ob ich in der
Lage bin für Maria während ihres Besuches bis zu 30'000 CHF ungedeckte
Kosten zu decken. Sie stempelt und unterschreibt das Formular von der
Botschaft in Jakarta. Auf meine Frage was ich tun muss, dass es schnell geht
meint sie: Wenn ich Zeit habe, könne ich mit dem Tram zum Migrationsamt
fahren, da den verschlossenen Brief abgeben und 50 CHF bezahlen, dann
wird das sofort erledigt. So ist es dann auch. Der junge Mann setzt sich an
den Computer, findet die Daten von Maria & Efraim vom Besuch 2014 und
erledigt den ganzen Bürokram in 5 Minuten. Alles wird sofort elektronisch
nach Jakarta übermittelt. Ich rufe Maria an, damit sie weiss dass alles
erledigt ist, dann fahre ich nach Hause. Auf dem Heimweg kaufe ich noch ein.
Zum Nachtessen gibt es Cervelats mit Thomy-Senf und Ruchbrot. Wunderbar nach
so langer Zeit. Dann gehe ich bald schlafen.
Do 06.10.2016 – Mi 12.10.2016
In den nächsten Tagen erledige ich vieles und richte mich ein. Geschirr und
Pfannen muss ich alles nochmals abwaschen, das meiste ist fettig. Maria
bekommt das Visum, wir wissen nur noch nicht was für eines und für wie
lange. Emy ihre Schwester in Jakarta wird die Pässe abholen, dann wissen wir
mehr. Ich organisiere die BackHomeParty in Basel und Zürich. Maria zerbricht
sich bereits den Kopf was sie kochen soll und lädt sicherheitshalber mal
ihre Schulfreundin aus Wien ein um ihr beim Kochen zu helfen. Wir werden sie
dann anschliessend in Wien besuchen. Ich buche den Zug am 16.Dezember hin
und am 19.Dezember zurück für 178 EUR für uns alle. Am Dienstag habe ich die
erste anonyme Reklamation wegen Nachtruhestörung an meiner Wohnungstür. Ich
klebe eine Meldung an die Eingangstür, dass sich die Person bei mir
persönlich melden soll. Keine Reaktion. Am Mittwoch habe ich meinen ersten
Waschtag. Dann heisst es wieder bereit machen für das Abholen meines Autos.
Das kommt definitiv in Antwerpen an und nicht in Hamburg. Ich habe für
Sonntag 16.Oktober den Zug von Hamburg nach Antwerpen gebucht. Alles
umbuchen wäre teurer gewesen.
Do 13.10.2016
Nach dem Frühstück heisst es wieder einmal fertig packen. Um 9.45h mache ich
mich auf den Weg. Mit dem Bus nach Wipkingen. Da hinterlege ich mein GA und
fahre mit der S24 zum Flughafen. Beim Check-In 3 hat es eine riesige
Kolonne. Ich versuche es beim Check-In 1. Da hat es wesentlich weniger
Leute. Nach 5 Minuten bin ich eingecheckt. Im Taxfree kaufe ich einen Grants
Whisky und gehe dann zur Swiss Lounge. Bei einem Bier und belegtem Brötchen
lasse ich die Zeit vergehen. Telefoniere noch mit Maria. Pünktlich um 12.34h
geht es los. Es gibt ein gutes Sandwich und ein Glas Weisswein zum Lunch.
Hamburg erreichen wir wie geplant kurz nach 14h. Gepäck abholen, Tageskarte
kaufen und dann mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof. Pünktlich um 15h bin ich im
Kaffee Fellows. Irène erwartet mich da. Sie ist ab Basel mit Easy Jet
geflogen, allerdings bereits um 06.00h am morgen früh! Wir sitzen zusammen
und schlagen die Zeit bei gutem Kaffee mit reden zu Tode. Peter unser
Gastgeber ist erst ab 18h zu Hause. Mit der Hochbahn U3 fahren wir bis zur
Station Dehnhaide. Von da zu Fuss weiter. Um 18.30h sind wir da. Peter zeigt
uns die schöne kleine Wohnung und verabschiedet sich dann. Er wohnt während
unserer Anwesenheit bei einem Freund. Wir richten uns ein. Irène verbannt
mich ins Wohnzimmer auf das Auszugssofa, weil wir nicht im Hotel wohnen wie
sie vorgeschlagen hat. Das stellt sich später als sehr komfortabel und ruhig
heraus. Zum Nachtessen gehen wir in ein Grill-Restaurant. Spiessbraten mit
Sauerkraut und (Kartoffel)Püree. Mir schmeckt es, trotz des vielen Fetts,
richtige deutsche Hausmannskost. Irène hat Mühe damit. Auf dem Heimweg
kaufen wir fürs Frühstück ein. Ich baue das Sofa um und gehe bald schlafen.
Fr 14.10.2016
Vor dem Frühstück Telefon mit Maria. Irène hat nicht so gut geschlafen wegen
der Strasse, Pech gehabt, sie hat mich ja ins Wohnzimmer verbannt. Nach dem
Frühstück machen wir uns auf den Weg zum Hafen. Da Irène schon einmal Mal
hier war, überlasse ich ihr die Führung. Wir landen prompt nicht da wo sie
hin wollte. Mitten im Neubaugebiet HafenCity. Wir wollen aber zu den
Landungsbrücken. Um 12h haben wir es dann geschafft und buchen eine
Hafenrundfahrt. Es geht eine Weile bis wir losfahren. Es ist kühl und es
geht ein ziemlich kräftiger Wind, darum sitzen wir im Innern. Da ist die
Aussicht durch die matten Fenster aber nicht so gut. Ich gehe ab und zu nach
draussen um zu fotografieren. Die einstündige Rundfahrt haut mich nicht aus
den Socken, aber sie ist ok. Auf dem Rückweg scheint die Sonne. Wir trinken
in einem der vielen portugiesischen Restaurants einen guten Kaffee, dazu ein
Pasteis de Belem. Dann besuchen wir die nahe Michelskirche. Von da geht es
in die Speicherstadt mit ihren alten Speichern. Vieles wird jetzt aber neu
gebaut unter dem Namen HafenCity. Die Sonne macht sich wieder rar und es
wird kalt. Mit der U3 fahren wir zurück. Um 17h sind wir zu Hause. Ich
telefoniere noch mit Maria und führe dann mein Tagebuch wieder einmal nach.
Zum Nachtessen fahren wir mit dem Bus nach Barmbek. Das Restaurant
Morgenland soll gut sein. Es ist aber voll. Sie versprechen uns einen Tisch
in etwa 20 Minuten. Wir gehen in eine Bar gleich nebenan. Da geht es lustig
zu und her. Wir kommen mit 2 Frauen ins Gespräch. Der Wirt spendiert allen
Frauen eine Rose, auch für Irène. Nach 30 Minuten gehen wir zurück ins
Restaurant und bekommen unseren Tisch. Das Essen ist sehr gut, mit
türkischem Einfluss. Irène bestellt Falafel, ich Pide und einen gefüllten
Kartoffel wie ich ihn von Istanbul her kenne. Es ist zu viel. Mit dem Bus
fahren wir zurück und gehen nach einem Verdauungs-Whisky bald schlafen. Ich
kopiere noch die benötigten Karten auf mein Handy, das habe ich zu Hause
vergessen.
Sa 15.10.2016
Nach dem Frühstück gehen wir zu Fuss zur Station Barmbek, dann mit der
Hochbahn zum Rathaus. Nach der Besichtigung des Rathauses gehen wir ins
Alsterhaus, ein Kaufhaus wie der Globus in Zürich. Man hat uns empfohlen in
Restaurant im obersten Stock zu gehen. Das ist ein guter Tipp. Wir geniessen
einen Kaffee mit Sicht auf die Alster. Weiter geht es zum botanischen Garten
und zum "Planten Un Blomen" Park. Wir geniessen die Ruhe trotz des nebligen
Wetters. Zurück geht es durch die Kleinen und Grossen Wallanlagen nach
St.Pauli. Die Reeperbahn ist bei Tage nicht wirklich interessant. Die Beiz
"Zum Rettungsring" in einer Seitenstrasse ist ziemlich heruntergekommen,
aber mein Bier schmeckt trotzdem oder eben darum. Zu Fuss geht es zur
Station "Landungsbrücken" und von da mit Hochbahn und Bus zurück nach Hause.
Zum Nachtessen fahren wir mit dem Bus nach Barmbek. Im Restaurant "Da Luigi"
finden wir einen Tisch. Luigi ist ein Showman. Es geht ziemlich lange bis
wir unser Essen bekommen. Dafür schmeckt mein Rindfleisch mit hausgemachten
Teigwaren dann gut. Wir sind schon ein wenig verärgert weil das Wirte
Ehepaar mit einem Gast am Diskutieren ist und ihre Gäste vernachlässigt, da
bügelt Luigi alles wieder aus. Er offeriert einen Grappa auf Kosten des
Hauses und zieht seine Einmann-Show ab. Auf dem Heimweg haben wir Glück und
erwischen den Bus in letzter Sekunde. Um 23h sind wir zurück.
(8km zu Fuss)
So 16.10.2016
Aufstehen um 8h. Nach dem Frühstück machen wir uns um 9.45h auf den Weg zur
Hochbahn. Um 10.20h sind wir im Hauptbahnhof. Unser Zug steht bereit. Ich
habe 1.Klasse gebucht, weil das billiger war als 2.Klasse. Die Fahrt ist
gemütlich, aber wir sammeln Verspätungen ein. Einmal müssen wir wegen eines
ärztlichen Notfalls mehr als 10 Minuten warten. Schlussendlich sind wir mehr
als ½h zu spät in Köln. Zum Glück ist die Umsteigezeit mit 43 Minuten
grosszügig genug um den Anschluss nicht zu verpassen. Der ICE nach Brüssel
ist dann pünktlich, so dass die 12 Minuten Umsteigezeit ausreichen. Mit
einem Vorortszug geht es weiter bis Antwerpen. Da treffen wir pünktlich um
18.20h ein. Zu Fuss geht es ¼h weiter bis zum Airbnb von Son. Sie erklärt
uns sogleich alle Sehenswürdigkeiten. Irène entscheidet wie üblich welches
ihr Zimmer ist. Nachher gehen wir zum Nachtessen in das Restaurant Seree
Thai. Mein Rindfleisch mit Ginger schmeckt sehr gut und ist sogar ziemlich
scharf. Um 22h sind wir zurück.
Mo 17.10.2016
Gemütliches Frühstück um 9h. Son serviert Pancake, Brötchen, Rohschinken,
Scheibenkäse usw. Schmeckt gut und ist sehr gemütlich. Ich frage zwei Airbnb
in Brügge an. Gegen 12h machen wir uns auf den Weg. Zuerst Richtung Central
Bahnhof. Von da zur Einkaufsmeile Meir. Da gibt es viele Läden die es
überall gibt. Aber einen gibt es nur hier, einen Laden für Weihnachtsartikel
mit 5000 m² Verkaufsfläche auf 3 Etagen. Weiter geht es zur Kathedrale "Onze
Lieve Vrouwen Kathedraal". Imposant aber eingeklemmt zwischen anderen
schönen Altstadt-Häusern. Den Eintritt von 6 EUR sparen wir uns. Der
Marktplatz und das Rathaus sind die nächsten Attraktionen. Endstation ist
der Fluss Schelde. Irène ist müde und hat Mühe mit ihren Beinen. Das
Restaurant in der Nähe passt ihr nicht, so suchen wir ein anderes. Vorläufig
erfolglos. Wir besuchen die Burg Stehen, die Stadtburg von Antwerpen. Und
gehen dann wieder Richtung Altstadt. Am Groenplaats finden wir dann eine
Beiz die uns beiden passt. Nachher müssen wir noch die berühmten belgischen
Frites probieren. Der Heimweg führt uns durch Einkaufsstrassen und den
Stadtpark zurück zum Bahnhof. In der Nähe gab es bis vor kurzem einen
Parkplatz für mein Auto. Der ist jetzt aber geschlossen. Um 17h sind wir
zurück zu Hause. Ich bekomme ein Email, dass ich mein Auto erst am Mittwoch
abholen kann, weil sie keinen Platz mehr im Fahrzeug zum Hafen haben??? Bei
Jon können wir später auschecken, müssen nur das Zimmer räumen, damit sie
aufräumen kann. Ich buche ein Airbnb in Brügge, nachher gehen wir zum
Nachtessen ins chinesische Restaurant "Fong Mei". Meine Beef Hotplate
schmeckt sehr gut und ist sogar ziemlich scharf. Um 22h sind wir zurück und
ich gehe bald schlafen.
(10km zu Fuss)
Di 18.10.2016
Heute Morgen kein Internet. Nach dem Frühstück zieht Irène auf eigene Faust
los. Ich klemme mich hinter den Computer und erledige diverse Planungs- und
Büroarbeiten. Zum Glück funktioniert das Internet bald wieder. Es regnet und
windet, ich habe keine Lust das Haus zu verlassen. Ich organisiere ein
Airbnb in La Malmaison, gut 200km von Brügge entfernt. Mit 2 separaten
Zimmern, Nachtessen und Frühstück für 94 EUR. Zum Nachtessen gehen wir ins
Restaurant "Beer Central". Da gibt es mehr als 300 verschiedene Biersorten
und das Essen ist auch nicht schlecht. Ein schönes Lokal. Um 22h sind wir
zurück und gehen bald schlafen. Ich muss morgen früh raus.
Mi 19.10.2016
Ich erwache viel zu früh. Der Wecker geht um 6.15h los. Ich packe alles
zusammen. Um 7h Frühstück mit Irène. Vor 8h marschiere ich los zu meinem
Agenten. Nach ¼h bin ich da. Luc ist noch nicht da. Bevor mich ein
Mitarbeiter zu meinem Auto bringt müssen noch diverse Papiere kopiert
werden, obwohl ich alles bereits per Email geschickt habe. Um 8.45h fahren
wir los. Beim Zoll holen wir die nötigen Unterschriften, das dauert 5
Minuten, dann weiter zum Hafen. Da bekomme ich einen Batch, damit ich mein
Auto herausholen kann, nach 5 Minuten ist auch dies erledigt. Ich hole mein
Auto, alles scheint i.O. zu sein. Ein Zöllner kontrolliert kurz die
Autonummer und den Kleber an der Frontscheibe im strömenden Regen. Das
wär's, ich kann losfahren. Auf der Fahrt zurück gerate ich in einen Stau,
der kostet mich fast ½h Zeit. Um 10.30h bin ich zurück. Zwei Stunden für das
ganze ist unglaublich kurz, zumal noch mehr als 20km Autofahrt je Weg darin
enthalten sind und der Stau. Um 10.45h verabschieden wir uns von Son und
fahren los. Es stürmt und regnet zeitweise gewaltig. Wir fahren den grössten
Teil auf der Autobahn. Um 12.30h sind wir in Brügge. Die direkte Strasse zu
unserem Airbnb ist natürlich wegen einer Baustelle gesperrt. Wir werden
herzlich empfangen und richten uns ein. Irène will unbedingt noch in die
Stadt, mir ist es zu regnerisch. Sie zieht alleine los. Kaum ist sie weg,
beginnt es noch heftiger zu regnen und winden. Nach 1h kommt ziemlich nass
und durchfroren zurück. Ich habe noch ein weiteres Airbnb gesucht und
gefunden. Irène ist damit einverstanden und ich buche es bevor wir zum
Nachtessen gehen. Der Hausherr fährt uns mit dem Auto hin. Das empfohlene
Restaurant ist geschlossen. Wir gehen ins "De Graaf van Vlanderen" gleich
nebenan. Die sind ziemlich teuer und machen auf vornehm, haben es aber nicht
im Griff. Das Fleisch ist gut, aber die Sauce Béarnaise dazu ist säuerlich.
Der Wein ist gut. Alles zusammen inkl. eines Mini-Fläschchens Perrier kostet
73.50 EUR. Auf dem Heimweg regnet es zum Glück nicht mehr. Um 21h sind wir
zurück. Im Haus ist es endlich etwas warm, sie haben die Heizung erst am
späten Nachmittag eingeschaltet, obwohl die Aussen-Temperatur nur max. 10C°
war und das Haus schlecht isoliert ist. Der Wind pfeift durch das Haus. Nach
22h bin ich im Bett.
(133km, 3¼h unterwegs)
Do 20.10.2016
Das Frühstück ist sehr gut und sehr reichhaltig. Irène kann nicht warten bis
ich mit meinen Vorbereitungen fertig bin und zieht alleine los. Luc hilft
mir beim Betanken aus den Kanistern. Es ist immer noch der Diesel den ich in
der Schweiz vor mehr als 4 Jahren eingefüllt habe. Ich fülle 60 Liter um und
behalte nur einen vollen Kanister mit 20 Liter als Reserve. Um 13h ziehe ich
auch los. Bis zur Brücke in die Stadt sind es nur 5 Minuten zu Fuss. Die
Altstadt von Brügge ist sehr schön und hat viele gut erhaltene alte Bauten.
Zuerst scheint die Sonne, aber schon bald ziehen wieder Wolken auf. Nach ½h
bin ich am Marktplatz und es beginnt zu regnen. Im Restaurant De Beurze
setze ich mich und trinke ein Glas Weisswein. Irène fragt nach ob ich bei
diesem Regen komme. Ich teile ihr mit, dass ich bereits da bin. Sie kommt
vorbei. Der Regen lässt nach und wir ziehen wieder weiter. Zum Belfort und
Stadthaus, dann weiter über die Hoogstraat zum Kanal. Ich gehe auf eine
Bootstour. Irène hat das schon vorher gemacht. Kurz vor Ende der Tour geht
wieder ein Platzregen nieder. Wir warten unter einer Brücke bis das Gröbste
vorüber ist. Trotzdem bin ich ziemlich nass. Wir machen uns auf den Heimweg.
Wir reservieren einen Tisch im Restaurant Middenstand, dem Restaurant das
wir gestern besuchen wollten. Um 16.30h sind wir zurück. Irène legt sich
hin. Apero alleine in meinem Zimmer. Um 19.30h zu Fuss zum Nachtessen. Das
Essen ist gut und das Restaurant gemütlich. Um 22h sind wir zurück.
(10km zu Fuss)
Fr 21.10.2016
Nach dem wieder sehr guten Frühstück packen wir zusammen. Um 11.45h fahren
wir los. Es geht durch Felder und Wälder über z.T. schöne Alleen. Ich habe
die Route abseits der Autobahn programmiert. Nach 2h erreichen wir bei
Maulde die Grenze nach Frankreich. Nach 3h sind wir in La Groise. Im
Restaurant Le Chapeau Rouge trinken wir einen Kaffee und essen ein gutes
Sandwich, natürlich mit Baguette! Nach ½h fahren wir weiter. Seit wir in
Brügge gestartet sind will mein Motor nicht mehr so recht. Er fühlt sich an
wie zugeschnürt. Beim Beschleunigen geht es ab 2500 U/Minute nicht mehr
höher und ich muss hochschalten und ich habe das Gefühl, dass es immer
schlimmer wird. Solange is flach ist kann ich mit dem Verkehr mithalten,
sobald es bergauf geht habe ich Mühe. Um 16.30h erreichen wir Sissonne. Das
ist der nächste Ort mit Restaurant zu unserem Ziel in Malmaison. Wir fahren
aber zuerst zum Intermarché in Saint-Erme-Gare. Auf dem Weg dahin stoppe ich
bei einer Renault Garage. Aber die haben keine Unterlagen über mein
Fahrzeug, das auch als Renault Maxime verkauft wird. Nach dem Einkaufen
fahren wir zurück nach Sissonne und kehren im Le BHV, einer Bar mit Lotto
ein. Irène will nur kurz kommen und dann im Auto warten. Schlussendlich
gefällt es ihr doch und sie bleibt. Unsere Airbnb-Gastgeber arbeiten beide,
darum können wir erst um 19h dort sein. Wir sind zur Zeit da und werden von
Aurore & Arnaud herzlich empfangen. Sie haben das Cheminé eingeheizt und
servieren uns einen Apero. Das Nachtessen haben wir vorbestellt für 12
EUR/Person. Es schmeckt sehr gut. Dazu gibt es Wein und zum Abschluss noch
Dessert. Wir sitzen noch etwas beisammen, dann gehen unsere Gastgeber ins
Bett, weil sie morgen beide arbeiten müssen.
(258km, 7h unterwegs)
Sa 22.10.2016
Nach dem Frühstück überprüfe ich das AGR-Ventil (Abgas-Rückführung). Ich
sehe nichts Undichtes. Darum ziehe den Stecker ab. Nach 11h fahren wir los.
Nach kurzer Zeit ist das Problem wieder da. Ich stecke den AGR-Stecker
wieder zurück. Dafür leuchtet nun die Störungs-Lampe. Wir fahren nach Reims.
Da besuchen wir die imposante Kathedrale. Irène wollte nicht hierher, weil
sie schon Mal hier war. Wir kehren noch auf einen Kaffee ein. Nach 1½h
fahren wir weiter. Es wird immer mühsamer mit dem Fahren. Das AGR ist es
nicht. Man hat das Gefühl, dass der Motor zu wenig Treibstoff bekommt. Darum
öffne ich den Tankdeckel. Das bringt aber auch nichts. In Fagnières tanke
ich. Nachher ist die Störungs-Lampe wenigstens wieder aus. Der Nebel hat
sich aufgelöst. Die Fahrt führt über Nebenstrassen mit wenig Verkehr. Wäre
eigentlich eine angenehme Strecke, wenn da dieses Problem nicht wäre. Ich
entschliesse mich die programmierte Strecke zu verlassen und auf dem
schnellsten Weg zu fahren. So kommen wir auf die N4. Bei
Thiéblemont-Farémont gibt es einen sonnigen Ausstellplatz mit Notruf-Säule.
Ich entschliesse mich den Diesel-Filter zu ersetzen. Ich habe einen
Ersatz-Filter dabei, weil mir das von der Garage empfohlen wurde. Irène
liest derweilen ein Buch. Nach ½h ist alles erledigt und der Motor läuft wie
neu! Hätte ich das nur schon früher gemacht, denn bereits in Kanada habe ich
das vermutet, aber nach dem Einwand von Manu in Thunder Bay verworfen. Nun
geht es zügig voran. Langres müssen wir links liegen lassen, weil wir zu
spät dran sind. Um 18.15h erreichen wir Saint-Maurice-sur-Vingeanne. Xavier
zeigt uns unsere kleine Wohnung und gibt uns Tipps für das Nachtessen. Das
Airbnb ist ein Schloss/Burg aus dem 16.Jahrhundert. Wir fahre 5km nach
Montigny-Sur-Vingeanne ins Restaurant Le 23. Es ist ein gemütliches
Restaurant. Meine Lamm-Koteletten schmecken sehr gut. Zur Vorspeise habe ich
Calamares und zum Dessert Panna Cotta. Das Menü für 17 EUR. Den Rest der
Flasche Wein können wir mitnehmen. Um 21.30h sind wir zurück und ich gehe
bald schlafen. Die letzte Nacht meiner Weltumrundung in einem mehr als
400-jährigen Schloss.
(299km, 7¼h unterwegs und 10km zum Nachtessen)
So 23.10.2016
Das Frühstück wird im Schloss serviert, gut aber nicht so reichhaltig wie
auch schon. Nachher heisst es zum letzten Mal zusammenpacken. Bevor wir
losfahren reinige ich noch die Scheiben, die haben es bitter nötig. Um
10.45h fahren wir los. Mein Navi führt mich ein letztes Mal über eine
schlechte Strasse, eigentlich ist es eine Naturstrasse und das habe ich
ausgeschlossen. Wir fahren durch kleine Dörfer und über Felder, Hügel und
Wäldern. Kein Verkehr, manchmal ziemlich schmal aber angenehm. Mein Auto
läuft wieder perfekt. Es regnet immer stärker. In Couthenans machen wir nach
2h eine kurze Pinkel-Pause. Belfort umfahren wir auf der Autobahn, nachher
geht es wieder auf die Landstrasse. Bei Burnhaupt kommen wir zurück auf die
Autobahn. Beim Einfahren in die Autobahn komme ich auf der nassen Einfahrt
kurz ins Schleudern, zum Glück hat es genügend Platz. Nach 1h sind wir in
Pfastatt. Wir verlassen kurz die Autobahn und tanken. Dann geht es weiter
nach Deutschland. In Weil am Rhein halte ich beim Zoll um meine Carnets
stempeln zu lassen und eine Autobahn-Vignette zu kaufen. Das geht sehr
speditiv und kostet nur 40 CHF für die Vignette. Nach 12 Minuten sind wir
bereits wieder unterwegs. Ich lade Irène vor ihrer Haustür ab weil es wieder
ziemlich heftig regnet. Auf der Autobahn Richtung Zürich hat es am Anfang
ziemlich viel Verkehr. Ab Rheinfelden lässt er nach. Vor Zürich nimmt er
dann wieder zu. Beim Limmattaler Kreuz hat es sogar Stau, die Spur nach
Zürich ist jedoch frei. In Zürich stecke ich dann doch noch im Stau und das
an einem Sonntagnachmittag. Vermutlich weil die Schulferien zu Ende sind. Es
regnet die ganze Zeit in Strömen. Ich lade nur schnell das nötigste aus und
rufe Elena an, ob sie ein Ankunfts-Foto von mir mache. Sie willigt ein. Im
Regen entsteht das letzte Bild meiner Weltumrundung. Ich suche einen
Parkplatz, find aber keinen und parkiere darum auf unserem
Besucher-Parkplatz. Herr Faur, der Hausabwart hat mir das ausnahmsweise
bewilligt. Um 16.45h bin ich endgültig zu Hause und geniesse mein letztes
Ankunfts-Bier. Ein komisches Gefühl so zu Hause zu sein und keine Strecken
mehr zu planen. Ich telefoniere noch mit Markus und Maria. Nach einem
Vollbad dann Apero und Tagesschau. Nachher zum Nachtessen eine
Gulasch-Suppe, dazu das Roggen-Brot das ich in Hamburg gekauft habe. Es
schmeckt nach 10 Tagen immer noch besser als fast alles Brot das ich
unterwegs gegessen habe. Um 22h noch Giacobbo/Müller, die 8-letzte Sendung,
dann gehe ich ins Bett.
(320km, 6h unterwegs)
Mo 24.10.2016
Ich werde in den nächsten Tagen noch den letzten Reisebericht erstellen.
Zudem muss ich mein Auto und mein Motorrad vorführen.
Das Tagebuch endet aber jetzt nach 1605 Tagen